Hochbeet selbst bauen

Hochbeet Praxistipps
Hochbeet selbst bauen

Wie baue ich mir ein Hochbeet selbst? – Schritt für Schritt erklärt

Es gibt wohl kaum etwas Schöneres, als Gemüse, Obst und Kräuter selbst anzubauen, zu ernten und in der eigenen Küche zu leckeren Speisen zu verarbeiten. Selbstangebautes schmeckt einfach besser und es ist eine wahre Freude, den Pflanzen beim Wachsen und Gedeihen zuzusehen. Dabei ist ein Hochbeet eine gute und platzsparende Alternative zum klassischen Gemüsebeet, findet so gut wie in jeder Gartenecke und auch auf dem Balkon seinen Platz und lässt sich schnell und einfach selbst bauen.

Wir erklären Ihnen, wie Sie ein Hochbeet aus Holz in zwei Varianten selbst bauen können: aus fertigen Europaletten oder aus hochwertigen Kanteln.

Ein Hochbeet aus Paletten bauen – schnell und einfach in wenigen Schritten

Schritt 1: Untergrund ebnen

Schritt 2: Fläche pflastern (optional)

Schritt 3: Grundgerüst aufbauen

Schritt 4: Draht und Plane auslegen und befestigen

Hochbeet aus Paletten

© schmiede24.de

Balkonmöbel, Tische und auch ganze Regale: Der Trend um Selbstgebautes aus Europaletten reißt nicht ab. Die stabilen Paletten sind einfach, praktisch und besitzen überdies einen ganz eigenen, rustikalen Charme. Auch um ein Hochbeet selbst zu bauen, eignen sich Paletten wunderbar.

Ein DIY Hochbeet aus klassischen Europaletten ist in kurzer Zeit aufgebaut und direkt einsatzbereit. Die Paletten können Sie im gut sortierten Baumarkt kaufen. Für ein großes Hochbeet mit einer Gesamtgröße von 270 x 120 x 80 cm benötigen Sie sechs Paletten. Weiterhin brauchen Sie folgende Materialien:

  • feinmaschigen Draht
  • dickere Gewebeplane
  • 20 bis 30 Tellerkopfschrauben
  • Tacker-Pistole, Hand-Tacker oder Nagelpistole
  • Äste und Laub
  • Kompost und Pflanzerde

Schritt 1: Untergrund ebnen

Was Sie in jedem Fall für den Aufbau Ihres Hochbeets benötigen ist ein geeigneter Stellplatz mit einem ebenen Untergrund. Ansonsten kann es Ihnen passieren, dass sich das Wasser an einer Ecke Ihres Beetes sammelt und Ihre Pflanzen nicht überall ausreichend versorgt werden. Zudem ist es hilfreich den Boden von nicht gewollten Pflanzen wie Unkraut zu befreien, um die besten Voraussetzungen für ein ungestörtes Pflanzenwachstum zu schaffen.

Schritt 2: Untergrund pflastern (optional)

Wenn Sie mögen und Lust sowie auch Zeit dafür finden, können Sie Ihre ausgewählte Stellfläche mit Pflastersteinen versehen, damit Ihr Hochbeet aus Holz von unten nicht zusätzlicher Nässe ausgesetzt wird und so noch ein wenig länger hält. Andernfalls können Sie Ihr Beet aber auch direkt auf die vorbereitete, ebene Fläche auf die Erde stellen. Achten Sie beim Pflastern aber in jedem Fall darauf, die genutzten Steine einige Zentimeter in der Erde zu versenken und dabei immer mit einer Wasserwaage auszurichten, damit das Hochbeet wirklich eben stehen kann.

Schritt 3: Grundgerüst für das Paletten-Hochbeet aufbauen

Das Grundgerüst Ihres DIY Hochbeets ist im Nu zusammengebaut. Die Europaletten werden zu einem Rechteck aneinandergeschraubt, wobei die Oberseiten nach innen zeigen – jeweils zwei Paletten auf der Längsseite und je eine an der Kopfseite. Nehmen Sie zum Verschrauben dicke Tellerkopfschrauben mit einer ausreichenden Länge von mindestens 25 cm.

Schritt 4: Nun folgen Draht und Gewebeplane

Ist das Grundgerüst Ihres Hochbeetes fertig, können Sie den unteren Bereich mit feinmaschigem Draht auslegen. Die Drahtfläche stellt einen sicheren Schutz vor Wühlern und Nagern dar, die sich sonst gerne in das Hochbeet buddeln und sich am Gemüse gütlich tun würden. Den Draht befestigen Sie ganz einfach mit Tacker-Klammern an den Seitenwänden.

Auf die Drahtfläche folgt die Gewebeplane. Diese sollte das Hochbeet komplett auskleiden und nicht nur den Bodenbereich bedecken. Achten Sie darauf, eine möglichst dicke Plane zu nehmen, da dünnere Modelle schnell reißen. Wenn die Plane zu groß ist, falten Sie diese einfach um. Um die Gewebeplane zu befestigen, kommt wieder die Tacker-Pistole zum Einsatz. Die Plane sollte ganz bis zum Rand der Paletten reichen, damit sichergestellt ist, dass das Holz nicht mit dem Gießwasser in Berührung kommt.

Hochbeet aus Paletten_Ecke mit Plane© schmiede24.de

Ein Hochbeet aus Kanteln –
ein Projekt für Fortgeschrittene

Nicht nur aus Europaletten, sondern auch aus Holzkanteln können Sie ein Hochbeet bauen. Diese Variante ist zwar etwas aufwendiger und zeitintensiver, aber dafür auch edler anzusehen. Stabile Kanteln eignen sich wunderbar, um ein robustes und optisch ansprechendes DIY Hochbeet zu fertigen.

Für ein selbstgebautes Hochbeet aus Kanteln benötigen Sie:

  • Kanteln (Menge abhängig von der gewünschten Größe des Hochbeets)
  • Eck-Kanthölzer (4 bis 6; abhängig von der gewünschten Größe des Hochbeets)
  • Montageleisten
  • Schrauben
  • Schraubzwingen
  • feinmaschigen Draht
  • dickere Gewebeplane
  • Tacker-Pistole, Hand-Tacker oder Nagelpistole
  • Äste und Laub
  • Kompost und Pflanzerde
Hochbeet aus Kanteln
© schmiede24.de

Zur Vorbereitung müssen Sie auch hier die oben genannten Schritte 1 und sofern gewünscht auch Schritt 2 durchführen.

Anschließend werden die einzelnen Hölzer auf Ihrer geraden Unterlage ausgelegt, um verschraubt zu werden. Legen Sie die gewünschte Anzahl an Hölzern (Menge ist wieder abhängig von der geplanten Größe Ihres Hochbeetes) nebeneinander und stellen Sie sicher, dass alle parallel liegen.

Nun können Sie die Kanteln mit Montageleisten fixieren. Hierfür schrauben Sie jeweils eine Montageleiste an die Enden der Kanteln – und fertig sind die Seitenwände. Für die Kopfteile wiederholen Sie diesen Vorgang mit weniger Kanteln, sofern Ihr Hochbeet rechteckig werden soll.



Wenn Seitenwände und Kopfteile fertig sind, kommen die Kanthölzer für die Ecken zum Einsatz, mit denen die Wände miteinander verbunden werden. Dafür eignen sich am besten Schraubzwingen, die eine praktische Montagehilfe darstellen. Beginnen Sie mit der Montage einer Ecke, bestehend aus einer Seitenwand und einem Kopfteil, um eine erste stabile Basis zu schaffen. Dann folgen die restlichen Bauteile.

Das Grundgerüst Ihres Hochbeetes steht – nun kann der Wühlmausdraht unten hineingelegt und befestigt werden. Anschließend folgt die Gewebeplane, die Sie bis zum oberen Rand des Hochbeets ziehen und ebenfalls mit Tacker-Nadeln oder Nägeln befestigen.

Schicht um Schicht –
Wie kann ich ein Hochbeet richtig befüllen?

Ihr Hochbeet steht. Nun kann es befüllt werden. Für eine optimale Bodenstruktur schichten Sie unterschiedliche Materialien, bevor Ihr Hochbeet mit Erde gefüllt wird. Durch das Verrotten des geschichteten Materials entsteht kontinuierliche Wärme, die die Pflanzen zusätzlich im Wachstum unterstützt. Zudem liefern die verschiedenen Schichten den Pflanzen wertvolle Nährstoffe.Hochbeet befüllen_unterste Schicht

© OFC Pictures/AdobeStock

Die unterste Schicht besteht im Normalfall aus groben Ästen und Zweigen und sollte ein Drittel des Hochbeetes füllen. Anschließend geben Sie Laub auf die Schicht aus Ästen. Seien Sie auch hier gerne großzügig. Wenn vorhanden, können Sie auch Häckselgut mit untermischen. Nun folgt als dritte Schicht grober Kompost. Die letzte abschließende Schicht bildet die eigentliche Erde. Hier können Sie handelsübliche Pflanzerde nehmen. Spezielle Hochbeet-Erde wird zwar gerne im Baumarkt angepriesen, allerdings ist sie nicht unbedingt besser geeignet – dafür aber ein ganzes Stück weit teurer.


Welche Vor- und Nachteile bietet ein Hochbeet?

 Vorteile Nachteile
Aufrechtes Arbeiten Bewässerung in heißen Perioden
Weniger Schneckenbefall Zeitlicher Aufwand für den Aufbau
Ausreichend Nährstoffe für Ihre Pflanzen Materialkosten
Auch für Balkon und Terrasse
Weniger Unkraut
Längere Erntephasen möglich

Welche Pflanzen eignen sich am besten für das Hochbeet? – Mono- oder Mischkultur?

Bevor Sie damit beginnen, Gemüse und Kräuter in Ihr selbstgebautes Hochbeet zu pflanzen, achten Sie darauf, dass sich die verschiedenen Sorten auch miteinander "vertragen". Denn leider ist es so, dass nicht alle Arten gut miteinander harmonieren und sich sogar gegenseitig am Wachstum hindern können.Hochbeet bepflanzen

© schmiede24.de

 

Grundsätzlich können Sie natürlich nur eine Art Pflanze in Ihr Hochbeet setzen. Da die meisten Leute allerdings gerne ein wenig Abwechslung im Garten und auch auf dem Teller bevorzugen, sollten Sie Vorsicht bei der Zusammenstellung walten lassen.

Denn eine Mischkultur aus verschiedenen Gemüsesorten ist eigentlich optimal für Ihr Hochbeet. So wird der Nährstoffbedarf der unterschiedlichen Sorten berücksichtigt. Im Idealfall pflanzen Sie sogenannte Starkzehrer wie Kohlsorten neben Schwachzehrern wie Salate und Kräuter.

Folgende Gemüse- und Kräutersorten passen gut zusammen und können bedenkenlos nebeneinander ins Hochbeet gepflanzt werden:

Welches Gemüse kann ich zusammen im Hochbeet pflanzen?
Kartoffeln: Bohnen, Mais, Kohl, Spinat, Minze, Kamille
Möhren: Dill, Erbsen, Lauch, Salat, Zwiebeln, Tomaten, Schnittlauch
Spargel: Gurken, Tomaten, Salat, Petersilie
Zucchini: Mais, Rote Beete, Zwiebeln, Kapuzinerkresse
Kürbis: Melonen, Salat, Gurken, Kamille

Sollten Sie darauf verzichten wollen, den Aufwand für den Bau eines Hochbeets aus Holz selbst zu betreiben, finden Sie hier unsere Hochbeete aus Metall.

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Wir wünschen viel Erfolg beim Bauen Ihres DIY-Hochbeets und hoffen, dass Sie sich schon bald über eine ertragreiche Ernte freuen können!

Bildnachweis Titelbild: © vulkanismus/AdobeStock

TIPP am Rande: Kanteln sind besonders hochwertig und ansprechend in der Optik - allerdings auch nicht ganz preiswert. Alternativ können Sie für Ihr selbstgebautes Hochbeet auch dickere Holzlatten verwenden.

Zusatz-Tipp: Fragen Sie bei Ihrem örtlichen Wertstoffhof nach Kompost und Erde. Meist können Sie hier große Mengen für kleines Geld kaufen

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